Nachrichten

 Das Scharnhorstkomitee:

Präsident Klaus Jürgen Kortmann

Vizepräsident Dr. Werner Besier

Schatzkanzler Rainer Löffelholz

 

2018

04.-06.05.: Scharnhorst-Fest Großgörschen

23.06.: Scharnhorst-Gedächtnismarsch um das Steinhuder Meer

28.06.: 205. Todestag

12.11.: Generalversammlung Scharnhorst-Komitee 

 

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200. Todestag am 28.06.2013
Scharnhorst wurde in der Schlacht bei Groß-Görschen am 02. Mai 1813 am Knie verwundet. Die Verletzung wurde als nicht besonders schwer eingestuft. Er

 

 

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Gerhard von Scharnhorst. Kurzb
Kurzbiografie mit Fußnoten. Weil er in Bordenau geboren und ihm hier ein Denkmal errichtet wurde, muss sich das Dorf mit ihm auseinandersetzen.

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Das Scharnhorst-Gutshaus
1655 soll es erbaut worden sein. Nach anderer Angabe 1628. Die Quellenlage ist unbefriedigend. Möglicherweise ist das Haus das älteste am Ort.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Scharnhorst

am 27.01.1793:

"Ich habe einen außerordentlichen Enthusiasmus für Wahrheit und Gerechtigkeit, und ich liebe die, welche so wie ich denken, wie meine Brüder. Ich riet ..., das ...dem Menschen nicht vorzusagen, worauf er selbst kommen muss, ... nicht öffentlich von den Ungerechtigkeiten der höheren Stände gegen die niedrigeren zu reden, und insbesondere deswegen nicht, weil die meisten Menschen der höheren Stände zu schlecht und zu dumm sind, um etwas nachzugeben, und also eine Rebellion unvermeidlich ist, wenn die Niederen jetzt etwas fordern."

(Gerhard von Scharnhorst, Private und dienstliche Schriften. Bd 1; Hrsg. Johannes Kunisch, Köln 2002, S.103; Rechtschreibung und Gammatik modernisiert von mir.W.B.) 

Denkschrift:

"Wo ein Uebel allgemein ist, hält man es nicht für das, was es ist."

(Scharnhorst a.a.O., S. 117)

Denkschriften:

"Wenn man nicht über seine Verrichtungen nachdenkt, so erweitert man .. weder seine Einsichten noch seine Beurteilung."

(Scharnhorst a.a.O., S. 132)

"Der Nutzen der Erfahrung hängt von der Beobachtung ab. Man kann aber keine Beobachtungen machen, so lange man keine richtigen Begriffe oder richtige Theorie hat." 

(Scharnhorst a.a.O. S. 137) 

"Der bloße Practiker ist nicht selten mit dem stolzen Menschen, der alles durch sich selbst wissen will, zu vergleichen." (Scharnhorst a.a.O. S. 139)

"Ich glaube, ... daß eine richtige Theorie von der äußersten Wichtigkeit für jeden Officier ist." (Scharnhorst a.a.O. S. 139)

Notizen:

"Die beständigen Veränderungen sind immer eine Anzeige ungewisser Grundsätze." (Scharnhorst zwischen 1782 und 1793, a.a.O. S. 190)

"In den meisten Recensionen herrscht mehr Connexion als unpartheyische Beurtheilung, - hat sich irgend ein Schriftsteller viel Feinde gemacht, so wird er in allen Journalen, es sey durch seine Feinde oder durch Freunde seiner Feinde, herunter gemacht, - selbst die größten Männer lassen einander wenig Verdienste, wenn sie übern Fuß gespannt sind;"

(a.a.O.S.193)  

21.-29.04.1793 An seine Frau Klara:

"Theologen und Soldaten müßen, wenn sie daß sein sollen, was man von sie fordert, wenig Verstand haben." (a.a.O. S. 205)

21.-24. Mai 1793 An seine Frau Klara:

"Ich bin nicht zu den Soldaten gemacht; ohne Schwirigkeit ertrag ich die Gefahr, aber der Anblick der unschuldigen jammernden Menschen im Blute neben mir, das Feur der brennenden Dörfer, von Menschen zum Vergnügen angelegt, und die übrigen Greuel der allgemeinen Verwüstungen bringen mich in Wuth und in eine mir unerträgliche Stimmung."

(a.a.O. S. 215)

01.-03. Juni 1793 vor Valenciennes. An seine Frau Klara: "Ich kann mich wohl rühmen, dass niemand den Zusammenhang so weiß als ich. Es gibt entsetzlich dumme und feige Leute. ....Man muss ja dem Vorurteil nun einmal folgen, denn Vorurteil regiert uns hier, unmöglich ist die Tapferkeit unter allen Umständen eine Tugend, die Vernunft, diese einzige göttliche Kraft, müsste sonst Torheit sein." (a.a.O. S.217. Modernisiert)

"In manchen Anordnungen sehe ich Unzweckmäßigkeit, und dazu darf ich kein Wort sagen. Meine Ambition wird also nicht befriedigt, und ohne sie bin ich ein [...]."

"Das dümmste Vieh kommt hier fast so gut durch als der Einsichtsvollste."

"Wir werden von Aristokraten zurückgesetzt und streiten für die Aristokraten, das ist nun einmal so." (a.a.O. S. 218) 

"Die Engländer wollten alles allein haben. Diese grausame, vor sich eingenommene Nation unterbricht alle Ord[nu]ng u. will immer Vorrechte haben. Den 24ten, wo wir noch einmal angreifen sollten, wollten sie die Batterie, wo ich bey war, in Marsch unterbrechen. Sie sollte halten, u. sie wollten vor dieselbe. Ich nahm gleich meine Pistole, in der freilich nichts in war, und sagte, wer nun Lust hätte, der sollte mich zwischen die Kolonne kommen." (a.a.O. S. 219) 

04. Juni 1793 vor Valenciennes. An seine Frau Klara Scharnhorst:

"Von den Grausamkeiten, die von uns begangen, sage ich nichts. Der Mensch ohne Bildung ist doch ein grausames Tier." (a.a.O.)

07. Juli 1793 vor Valenciennes. An seine Frau Klara:

"Da [in den 'hannövrischen Zeitungen] las ich denn die albernen, gänzlich unwahren kindischen Erzählungen, daß ein Officier zwischen den Damen ausgeschoßen, daß die Köpfe der Franzosen ein nach den andern abgehauen etc. Auch von der Belagerung ist beinahe kein Wort wahr." (a.a.O. S. 236)

17. Juli 1793 vor Valenciennes. An seine Frau Klara Scharnhorst:

"Sei ...nur zuversichtlich, es gehet immer besser, als man glaubt. .... Ich habe immer mehr und mehr zuversichtliche Hoffnung, die mir sonst auch in etwas fehlte; aber der Mensch ist furchtsam und mistrauisch, sobald es auf sein Glük ankömt." (a.a.O. S. 239)

21. Juli 1793 vor Valenciennes. An seine Frau Klara Scharnhorst:

"Dieser Krieg ist sehr reich an Veranlassungen zu Bemerkungen mancher Art. Aber ich habe nichts auf der Welt, nichts drin gelernt bis jetzt, auch kann niemand, der die Kriegswissenschaft ordentlich gelernt hat, viel im Kriege lernen. Er siehet überall Fehler ...."

(a.a.O. S. 242) 

25. Juli 1793 vor Valenciennes. An seine Frau Klara:

"Gott, was ist das ein Leben, alles beim Militär ist doch Verwüstung."

(a.a.O. S. 244)

29. Juli 1793 Vor Valenciennes. An seine Frau:

"Ich habe mehreren Franzosen gesagt, ..., wir hätten durchaus die Meinung, daß Frankreich von einer Faction Jacobiner, größteneils sehr schlechter Leute, regirt und in einer unbeschreiblichen Unordnung gebracht würde; sie verneinten es; ich sagte ihn aber, es wäre doch gewiß, das Marat ein äuserst schlechter und dumer Teufel wäre, das Robespierre und andere den Galgen verdient hätte, und daß es doch in der Geschichte einer tapfern und aufgeklärten Nation zur Schande gereichen würde, für so Kerls etwas zu thun." (a.a.O.S. 246/47)

28. August 1793. An seine Frau Klara.

"...es wird gewiß gut, gewiß werden wir glücklich, noch so glücklich sein, als wir uns nie zu sein uns dachten. Ich bin ganz von der fanatischen Ehrbegierde zurück; nicht dass mir der Krieg zuwider wäre, die Gefahr scheue ich nicht, das muss mir jeder bezeugen, und ich schäme es mir zu sagen, ich finde beinahe an dieser schändlichen Beschäftigung ein Vergnügen. Aber meine Vernunft straft mir, und meine Ehrbegierde wird noch weniger befriedigt wie in Friedenszeiten. Der Dumme kömt hier eben so gut weg als der Klügere. Da denk nicht auf das Du mir in den Zeitungen liesest, und wäre es so, so kannst Du gewiss denken, daß die Sache nicht wahr ist."

(a.a.O. S. 252)

06. Oktober 1793. Tournai? An seine Frau Klara.

"Der ganze Krieg gefällt mir nun einmal nicht, und was das Schlimmste, ich profitire in Avancement dadurch nicht. Wär ich erst wirklicher Capitän, so hättet Ihr bey meinen Unglück bloße Pension, und wir könnte bis dahin leben. Je eher also Friede, je besser hier."

(a.a.O. S.267)

 

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Am Denkmal           

 

Vor dem Mittelstand
14.08.2010.pdf [ 270 KB ]

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Soldaten 

 

Preußen 1807-1813

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Günter de Bruyn *01.11.1926

 

nach einem Gedicht von Adalbert von Chamisso, dem "einzig Nüchterne[n]" "unter patriotisch Berauschten" 

 

"Die Zeit der schweren Not"
Schicksale aus dem Kulturleben Berlins 1807-1815. (2. Aufl. Ffm Dez. 2010)
Günter de Bruyn.doc [ 54.5 KB ]

 

S. 309: "Nach schwerem Fieber starb er am Vormittag des 28. Juni [1813] und wurde am 30. mit militärischen Ehren in der Kapelle des Prager Militärfriedhofes beigesetzt. Zum Gedenken an ihn ließ der König 1822 das von Rauch geschaffene Scharnhorst-Standbild aufstellen, das zum Ensemble der Neuen Wache gehörte, heute aber unsinnigerweise auf der südlichen Seite der Straße Unter den Linden steht. Die Überführung von Scharnhorsts sterblichen Überresten zum Berliner Invalidenfriedhof erfolgte 1834. Das Grabmonument mit dem schlafenden Löwen schuf Rauch nach einem Entwurf von Schinkel. Friedrich Tieck gestaltete die Reliefs an den Seiten, von denen eines von Scharnhorsts zum Tode führende Verwundung bei Großgörschen zeigt."  

S. 348:"In der ersten Jahreshälfte 1814 konnten die Berliner mehrere militärische Siege feiern, doch deuteten neben dem Tod Scharnhorsts im Vorjahr auch einige andere Ereignisse und Todesfälle den Nachdenklicheren unter ihnen auch schon den Beginn restaurativer Tendenzen an."

S. 377: "Den Auftakt zu den politischen Auseinandersetzungen der nächsten Jahrzehnte gab im Herbst des Jahres 1815 die Flugschrift eines bejahrten Professors und Geheimrats, der in der Beschuldigung anderer das beste Mittel der Selbstverteidigung sah. Er hieß Theodor Schmalz, hatte eine Schwester Scharnhorsts geheiratet* und wohnte mit ihr und seinen fünf Töchtern in der Straße Hinter der katholischen Kirche zur Miete, und zwar im Hause Leopold von Gerlachs, des ersten gewählten Oberbürgermeisters von Berlin."

*Hier irrt Günter de Bruyn: Scharnhorst hatte eine Schwester von Schmalz geheiratet. (W.B.)

S. 377:" Erst seine Flugschrift mit dem umständlichen Titel 'Berichtigung einer Stelle in der Bredow-Venturinischen Chronik für das Jahr 1808. Über politische Vereine und ein Wort über Scharnhorsts und meine Verhältnisse zu ihnen', die er an die Regierungen mehrerer deutscher Länder sandte, ließ seinen Namen in der breiteren Öffentlichkeit bekannt werden und machte ihn in liberalen Kreisen verhasst."

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Wilhelm Capelle, Die Befreiungskriege 1813-1815 (Berlin 1913) 

S. 42: "Am 3. Februar [1813] wurde auf Scharnhorsts Betreiben die 'Bekanntmachung inbetreff der zu errichtenden Jägerdetachements' veröffentlicht. Hierdurch sollten die Söhne der gebildeten Stände, die bisher dienstfrei waren, dem Heere eingefügt und das Interesse a l l e r Familien an den Krieg gekettet werden."